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| Goodbye 2012 |
Das Wochenende vor dem 24. habe ich mit Weihnachtseinkäufen verbracht und wir hatten eine Weihnachtsparty hier im Dormitory von Kodaira.
Alle haben sich richtig Weihnachtsmäßig gestylt. Im kostümieren sind die Japaner schier nicht zu schlagen!
| Rentierkampf |
Montag war schließlich Weihnachten und mir war klar, dass dieses Weihnachten sehr anders werden würde.
Wir haben in Kunitachi im Dormitory ein Weihnachtsdinner veranstaltet, Francesco hat uns alle bekocht und jeder hat noch etwas beigesteuert. Ich habe mit Annie und Julie Mousse au Chocolat gemacht, was sich als richtige Herausforderung herausgestellt hat. Erst einmal ist es schwierig die Zutaten hier zu bekommen, wie z.B. Kuvertüre, die uns Julies Freund aber netterweise noch aus Deutschland mitgebracht hat und dann sind die Zutaten die man bekommt richtig teuer. Zum Vergleich: 200ml Sahne kosten ungefähr 2,80€.
Mit allen Zutaten haben wir uns dann der nächsten Herausforderung gestellt: mit einem schlechten Rührgerät 1L Sahne schlagen und in zu kleinen Schüsseln mit Schokolade und Eiweiß vermixen. Es hat gefühlt Stunden gedauert, bis die Sahne endlich fest genug war, aber am Ende hatten wir es geschafft und es ist richtige Mousse au Chocolat geworden!
Abends haben wir dann das Wohnzimmer im Dormitory weihnachtlich geschmückt. Es war anders, aber trotzdem hing eine wunderbare, weihnachtliche Stimmung in der Luft. Alle sind geschäftig in der Gegend herumgelaufen und hatten ein kleines, glückliches Lächeln auf den Lippen. Wir haben Weihnachtslieder gespielt und als endlich das Essen fertig war hat Francesco eine Weihnachtsansprache an uns alle gehalten. Es gab als Vorspeise Bruschetta und dann Lasagne und Gnocchi mit Muscheln. Einfach nur lecker!
Der Nachtisch war bunt gemixt, es gab Kuchen, Lebkuchen, Mousse au Chocolat, Pudding, Kekse, Schokolade und Wodka Jelly Shots. Wir waren alle irgendwann kurz vorm Platzen und haben uns dann zumindest ein paar Kalorien wieder herunter getanzt.
Am ersten und zweiten Weihnachtstag hieß es für mich dann power lernen, da ich am 27. Dezember noch mal eine Japanisch Klausur geschrieben habe und ich wollte auf jeden Fall gut abschneiden! Mit dem japanisch lernen ist das für mich immer so eine Sache, es fällt mich relativ schwer damit anzufangen aber wenn ich dann eine Stunde gelernt habe, macht es mir richtig Spaß und ich frage mich, warum ich eigentlich nicht mehr lerne. Inzwischen gefällt mir auch der Klang der Sprache sehr gut und ich genieße es, fast alles zu verstehen.
Nach meiner Klausur am 27. habe ich dann endlich meine Familie hier begrüßen können! Meine Eltern und meine Schwester sind über Silvester nach Tokyo geflogen, um mich hier zu besuchen. Es kam mir so richtig unwirklich vor, aber ich habe mich so sehr auf diesen Tag gefreut, weil ich sie doch sehr vermisst habe.
Es war so schön, sie endlich wieder in die Arme schließen zu können!
Wir waren dann erstmal zusammen Mittagessen und dann haben wir uns Tokyo von oben angesehen, nämlich vom Dach des Metropolitan Buildings. Es war ein wunderbar klarer Tag und man konnte sowohl Tokyo Bay, als auch die Berge sehen. Nur Fuji-san war leider schon wieder in Wolken gehüllt. Die Größe dieser Stadt ist jedes mal aufs Neue überwältigend! Manchmal kann ich es gar nicht glauben, dass ich wirklich hier lebe.
Weiter ging es dann zum Meji Schrein und nach Harajuku. Ein richtiges Kontrastprogramm, erst die ruhige, weitläufige Anlage des Schreins und dann ab in die überfüllte, enge, laute Takeshita Street, in der es die verrücktesten Geschäfte und Menschen gibt. Aber so ist Tokyo eben. Hinter jeder Ecke lauert etwas Unerwartetes. Und man entdeckt immer wieder neue Sachen. Meine Entdeckung dieses mal war eine wunderschöne Gartenanlage auf dem Dach eines Kaufhauses. Dort oben kann man relaxen und gleichzeitig die Skyline von Tokyo genießen. Schade nur, dass es inzwischen so kalt ist!
Abends bin ich nach Kunitachi gefahren, da Francescos endgültiger Abschied bevor stand. Wir haben uns noch mal zum Nomihodai getroffen und es genossen, ein letztes Mal vollzählig als "Familie" versammelt zu sein. Es ist schon erstaunlich, wie schnell einem die Menschen hier ans Herz gewachsen sind und wie vertraut wir alle miteinander umgehen. Nach dem Nomihodai ist der harte Kern von uns noch weiter zum Karaoke gezogen. Es war, als wollten wir den Abschied möglichst weit heraus zögern. Wir haben viele lustige Lieder gesungen, aber irgendwann kamen die traurigen und wir lagen uns alle in den Armen und es ist auch schon die eine oder andere Träne geflossen. Gegen vier Uhr morgens musste zumindest ich mich endgültig von Francesco verabschieden. Es war sehr bewegend, aber ich werde ihn auf jeden Fall im nächsten Jahr in Italien besuchen gehen und insofern ist es nur ein Abschied auf Zeit. Trotzdem ist es für uns alle sehr seltsam, dass er jetzt weg ist, da er uns eben zu einer Familie zusammengeschweißt hat und wir jetzt ein bisschen unsere Dreh und Angelpunkt verloren haben.
| letztes Familienfoto:-) |
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| Odaiba |
Von Odaiba sind wir nach Roppongi gefahren und haben uns erst mal bei einer heißen Suppe wieder aufgewärmt. Am späten Nachmittag sind wir auf den Tokyo Tower gefahren und haben den Dämmerungsprozess über die Stadt beobachtet. Man konnte einzelne Viertel wie Ginza oder Shibuya irgendwann richtig erkennen, einfach weil es dort soviel heller geleuchtet hat. Und schließlich wurde mir auch klar, woher die Rainbow Bridge ihren Namen hat, sie wird nachts nämlich in Regenbogenfarben angestrahlt.
Abends hat sich meine Familie dann noch in den Trubel von Shibuya gestürzt und ich habe mich ins Bett begeben, ich habe mir unglücklicherweise die Grippe eingefangen.
| Blick nach Ginza |
Sonntag gab es dann ein richtiges Tokyo Erlebnis und zwar einen Besuch des Fischmarkts. Der größte Teil des Trubels war schon vorbei als wir gekommen sind, aber es war immer noch einiges los! Der Fischmarkt ist richtig beeindruckend. In meinen Augen ist es eine logistische Meisterleistung! Diese riesigen Mengen von Fisch, die angeliefert werden und an den richtigen Stand gebracht werden müssen, diese engen Gassen durch die alles transportiert werden muss und dazu die vielen Menschen, die Touristen und die Händler, die sich irgendwie durch das Gedränge schieben, es ist der Wahnsinn!
Wer auf dem Markt Mittag Essen will, sollte übrigens Zeit mitbringen, vor den meisten Restaurants muss man anstehen. Das haben wir auch getan, aber es hat sich gelohnt! Wir saßen direkt an der Theke und konnten den Sushi Köchen bei ihrem Handwerk zusehen. Diese Bewegungen sind so schnell, wir hatten im Handumdrehen unser Essen vor uns stehen. Es war köstlich! Der Fisch unglaublich zart, der Reis perfekt mir Wasabi abgeschmeckt, einfach nur lecker! Wir waren alle begeistert!
Das Wetter war leider eher schlecht, es hat geregnet und daher habe ich meine Familie nach Akihabara ins Elektroparadies zum Shopping entführt. Die Kaufhäuser dort sind einfach gigantisch und die Auswahl erschlagend, aber es macht Spaß dadurch zu streifen.
Nachmittags gab es dann wieder Kontrastprogramm zum Vormittag, ein Besuch im Maidcafe! Ein echtes Erlebnis! Für mich war das schon der zweite Besuch im Maidcafe, daher wusste ich wie das ganze abläuft und konnte die Erklärungen unserer Maid auch übersetzen. Wir waren übrigens die einzigen Europäer im Café und insofern eine kleine Attraktion an sich...
Meine Familie hat mit vollem Einsatz alles mitgemacht und wir hatten eine superlustige Zeit dort. Naomi und ich haben noch Fotos gemacht und die Kellnerinnen fanden uns alle super süß- かわいい!!!!
Montag Morgen sind wir nach Asakusa zu einem von Tokyos größtem Tempeln gefahren, dem Kannon-Tempel. Ich liebe vor allem die Markstraße die zum Temple hinführt, mit den rund 90 verschiedenen Geschäften, in denen es alles zu kaufen gibt, was irgendwie mit Japan in Verbindung steht. Vom Hello Kitty Schlüsselanhänger zum Samurai Schwert! Der Temple war schon für Neujahr geschmückt und zusätzlich gab es eine ganze Menge Essensbuden, die aber leider noch nicht aufhatten, sonst hätte ich mich da einmal durch probiert!
Hier muss ich mal ein Kompliment an meine Schwester aussprechen, die hat in dieser Woche nämlich alles brav gegessen, was ich ihr bestellt habe. Von Matcha Eis (Eis mit Grünem Tee) über getrockneten Oktopus, Pizza-man, Donburi, Spicy Chicken, Okonomiyaki, sie hat alles gegessen!
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| Eiskreme mit grünem Teegeschmack |
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| Dried Octopus |
Nachmittags sind wir nach Ginza gefahren und haben ein bisschen geshoppt. Als schließlich dunkel wurde, hat sich die Stadt richtig geleert, es war erstaunlich! Das habe ich so noch nie erlebt! Die Straßen waren leer, die Geschäfte haben gegen sechs geschlossen, alles war wie verwaist.
Wir sind abends zum Jahreswechsel zum Meji Schrein gefahren. Der Schrein war voll mit Menschen, durch hunderte Laternen erleuchtet und eine ganze Armee an Polizisten hat die Masse durch den Schrein dirigiert. Man wurde in Gruppen aufgestellt und musste dann bis Mitternacht warten, bis man in Gruppen zum Schrein vorgelassen wurde. Alles lief mit einer ungeheuren Disziplin ab und doch war es irgendwie feierlich. Wir haben uns dann noch eine Jahresvorhersage für 2013 gezogen und zwar auf japanisch! Ich muss sie nur noch übersetzen, ich hoffe ich mache keinen Fehler...
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| Cheesecakecrêpe zum Jahreswechsel |
Naomi und ich sind dann weiter nach Shibuya gezogen um dort mit meinen Freunden noch zu feiern. Shibuya war vollkommen überfüllt und so aufgeputscht als hätte das gesamte Stadtviertel LSD genommen. Die Leute sind ineinander gerannt und bei jeder Grünphase auf der großen Kreuzung ist ein regelrechtes Massenkuscheln entstanden, es war verrückt!
Ich fand es vor allem schön, dass Naomi meine Freunde von hier jetzt kennen gelernt hat! Wir sind dann in einen Club zum tanzen gegangen. Es war sehr lustig, aber leider auch vollkommen überfüllt, aber so ist Silvester eben!
Am 1. Januar sind wir nach Kamakura gefahren. Das ist ein Ort der südlich von Tokyo unterhalb von Yokohama liegt und vor allem durch seine riesige Buddha Statue berühmt ist. Das Wetter war großartig, strahlender Sonnenschein und nicht zu kalt und wir sind erst einmal an den Strand gelaufen und Naomi und ich haben die Füße in den Pazifik gesteckt. Der war dann doch noch ziemlich frisch! Dann sind wir zum großen Buddha spaziert. Der ist wirklich beeindruckend!
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| 大仏 |
Kamakura beherbergt viele wunderschöne Tempelanlagen, eine der schönsten ist der Hase-dera. Die Anlage ist sehr weitläufig und von dort aus hat man auch einen wunderbaren Blick über das Meer und die Bucht von Kamakura. Der Hase-dera wurde zu Ehren einer Kannon Statue gegründet. Im 8. Jh. wurden zwei Statuen aus einem riesigen Baumstamm geschnitzt. Die eine wurde in Nara aufgestellt und die andere hat man ins Meer geworfen, wo sie Jahrzehnte später in der Nähe von Kamakura an Land geschwemmt wurde. Die Statue ist über 9m hoch und wunderschön!
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| Naomi wäscht sich:-) |
Am Nachmittag waren wir noch mal sehr lecker essen: Okonomiyaki und Yakisoba! Das bereitet man sich selbst frisch am Tisch auf einer heißen Platte zu. Man bekommt die Zutaten und mixt das dann alles miteinander, würzt mit Sojasauce und Chili und dann kann man es essen-sehr lecker!
Abends zurück in Tokyo hieß es leider schon wieder Abschied nehmen! Wir waren zusammen noch mal einen letzten Kaffee trinken im Starbucks in Shibuya und haben die Woche Revue passieren lassen.
Auch wenn es nur so eine kurze Zeit war, war es wunderschön und ich bin dankbar dafür, dass ich meiner Familie hier alles zeigen konnte. Ich freue mich unheimlich darauf alle in knapp fünf Wochen wieder zu sehen und dann auch endlich meine Brüder wieder zu sehen!
Allerdings sind fünf Wochen hier auch nur noch eine so kurze Zeit und es wird mir sehr schwer fallen alles hier zu verlassen!
| 渋谷 we <3 u! |






















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