Montag, 29. Oktober 2012

One Weekend in Paradise


Araha Beach :-)

Letzte Woche Dienstag haben wir beschlossen spontan ein Wochenende nach Okinawa in die japanischen Tropen zu fliegen. Hier in Tokio wird es langsam Herbst und die Temperaturen mit 18° C auch langsam kühler, daher habe ich mich super gefreut noch mal in die Sonne zu kommen.
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass Japan auch eine so tropische Seite hat, die Fotos haben mich eher an die Bahamas oder die Karibik denken lassen.
Dienstag Vormittag sind wir zu neunt Richtung Flughafen aufgebrochen und mit 1 1/2 Stunden Verspätung nach Okinawa in den Sonnenuntergang geflogen.
Abflugbereit!

Gegen sieben Uhr abends sind wir am Flughafen in Naha angekommen. Draußen war es angenehm warm so dass ich erstmal meine Jacke ausgezogen habe und die Luft hat nach Salz und Sommer geduftet. 
Wir haben ein Gruppentaxi zu unserem Hostel genommen, welches im Zentrum von Naha gelegen ist. Das Hostel heißt Monkey's Inn und ist zwar sehr einfach gestaltet aber es besitzt einen ungeheuren Charme. Es gibt ein Gebäude mit den Schlafzimmern für Frauen und ein Gebäude mit denen für die Männer. Und im Hostel leben die entzückendesten Welpen der Welt! Fünf Wochen alt, klein, flauschig, süß! Ich hätte sie am liebsten in meinen Rucksack gepackt und wieder mit nach Hause genommen. 



Nachdem wir uns alle frisch gemacht hatten, haben wir uns auf die Suche nach einem kleinen Lokal gemacht, was uns die Besitzer des Hostels empfohlen hatten. Obwohl sie uns sogar eine Karte mitgegeben hatten, haben wir es trotzdem geschafft uns zu verlaufen, aber schließlich das Lokal gefunden und die Suche hat sich gelohnt! Das Lokal war sehr klein und urig und ein echter Volltreffer! Die Karte war natürlich nur japanisch, aber Maria konnte zum Glück übersetzen und bestellen. Mir ist aufgefallen, dass ich leider noch gar keine Kanji gelernt habe, die sich auf Nahrungsmittel beziehen, was leider im Alltag ein bisschen hinderlich ist.



Wir haben alles mögliche bestellt und geteilt, Reis mit Fleisch und Gemüse, Fisch, Rind, Nudeln, Suppe. Es war unglaublich lecker und immer frisch zubereitet! Später am Abend sind die Besitzer des Hostels ebenfalls in das Lokal gekommen und haben uns in die lokale Trinkkultur eingeführt. Okinawa ist nämlich nicht nur für paradiesische Strände sondern auch für Sake berühmt. Der Sake dort heißt Awamori und obwohl man ihn mit Wasser verdünnt trinkt, steigt er einem sehr zu Kopf. Mein Reiseführer warnt auch davor zuviel zu trinken und dem Fall lieber alle Pläne für die nächsten zwei Tage abzusagen. Soweit ist es bei uns nicht gekommen, aber wir haben alle eine Runde probiert und waren alle mehr oder weniger begeistert.



Nach der ersten Nacht im Hostel sind wir am nächsten Morgen früh aufgestanden und wurden um halb neun vom Taxi abgeholt, was uns an den Araha Beach gebracht hat. Der Anblick war überwältigend! Wir waren alle sprachlos und die ersten 10 Minuten nur damit beschäftigt Fotos zu machen. Dann haben wir uns in den Pazifik gestürzt. Das Wasser war angenehm erfrischend aber nicht zu kalt. Es ist nur anscheinend nicht erlaubt außerhalb des eingezäumten Bereichs zu baden, denn irgendwann stürzte eine Badeaufsicht zu uns und signalisierte uns, das Wasser zu verlassen, aber wir haben uns ein bisschen dumm und ahnungslos gestellt und sind einfach geblieben.






Es war richtig schön noch mal in der Sonne zu liegen. Gegen Mittag wurde es richtig heiß und wir sind zum Mittagessen geflüchtet.
Strandgut


Annie und ich
Spuren im Sand:-)
Am späten Nachmittag sind wir ins Hostel zurückgekehrt, haben geduscht (eine Dusche für sechs Mädchen und trotzdem waren wir nach 1 1/2 h ausgehbereit) und uns auf Entdeckungstour in Naha begeben. 
Sake mit Schlange
Es gibt eine große Straße, Kokusai Dori, wo sich neben Restaurants jegliche Art von Souvenir Geschäften tummeln. In vielen wird der lokale Sake angeboten und zwar in einem großen Glasgefäß welches mit einer Schlange und dem Sake gefüllt ist. Leicht erschreckend wenn man es das erste Mal sieht...
Nach dem Abendessen sind wir wieder an den Strand gegangen. Es gibt in der Nähe unseres Hostels einen Strand, welcher zwar wunderschön auf Fotos aussieht, aber in Wirklichkeit leider enttäuschend war. Der Blick aufs Meer ist durch mehrere Brücken versperrt, aber da es dunkel war, hat uns das nicht weiter gestört.
Wer ist stärker?

Julie und Annie <3



Den Samstagmorgen haben wir im alten Naha verbracht. Es gibt dort eine große Burganlage- Shuri-jo, welche wie so vieles in Japan nicht wirklich alt ist, sondern wieder neu aufgebaut wurde. Ursprünglich ist die Burg im 14. Jh.  gebaut worden und war bis ins 19. Jh. die Residenz des Ryukyu Königreichs. Wir hatten richtig Glück, denn wir waren zur Zeit eines Festivals in Naha und auf der Festung wurde traditionelle japanische Kunst gezeigt: Tanz, Musik und Gesang. Das ganze wirkte sehr fremd auf mich, aber ungeheuer elegant und grazil. Die Bewegungen der Tänzerinnen sind sehr langsam, aber stehen unter einer wahnsinnigen Spannung, es wirkt sehr leicht und doch schwer. 



Garten am Shuri-jo
Shuri-jo


Tanz der Schülerinnen
Tanz der Lehrerinnen



Okinawas traditioneller Wächter
Unser ursprünglicher Plan war den Nachmittag im Ocean Expo Parc zu verbringen, das ist ein riesiger Wasserzoo im Norden der Insel. Leider hätte die Fahrt dorthin c.a. 3h gedauert und uns mehr als das dreifache des Eintritts gekostet, daher haben wir uns dagegen entschieden und sind an einen anderen Strand mit dem vielversprechenden Namen "tropical beach" gefahren. Obwohl auch dieser Strand wunderschön war, hat mir der vom Vortag besser gefallen. Aber dort konnte ich zumindest mal ein bisschen japanische Strandkultur erkunden. Man legt sich nämlich nicht in den Sand und genießt die Sonne, sondern man bleibt im Schatten, sitzt an Picknick Tischen und hat ein großes Barbecue! 
Freiheit


Vittorio wird eingebuddelt


Das Endergebnis

Tropical Beach

Bei Sonnenuntergang sind wir nach Hause aufgebrochen und später zum Kokusai Dori zurück gekehrt um Souvenirs zu kaufen. Es gibt dort einen wunderbaren Laden mit Süßigkeiten und Keksen und das Beste ist, dass man alles probieren kann! Wir haben uns einmal durchgekostet und ich habe ein bisschen was für meine Mitbewohnerinnen in Kodaira eingekauft.
Zum Abendessen sind wir Okonomiyaki essen gegangen. Okonomiyaki ist wie eine Art Omlett, was aus Kohl, Fleisch, Nudeln und einer Eier Mehl Mischung besteht, welche dann auf einer heißen Platte gebraten wird. Zusätzlich kann man sich dann Garnelen, Gemüse, Käse etc. bestellen, was dann in das Okonomiyaki eingearbeitet wird. Es war so lecker!!! Und die Art wie das zubereitet wird, hat fast etwas künstlerisches!
Gourmet Tempel

Sonntag Morgen mussten wir leider schon wieder zum Flughafen aufbrechen. Der letzte Blick aus dem Fenster auf die Inselgruppen war schier unwirklich schön und ich habe beschlossen, irgendwann noch mal wieder zu kommen und dann länger zu bleiben.
In Tokyo hat es geregnet, es war neblig und mein erster Gedanke war: Wann geht der nächste Flug zurück? 
Gegen vier Uhr Nachmittag waren wir wieder in Kodaira: müde, glücklich und braun gebrannt! 


沖縄 <3

Dienstag, 23. Oktober 2012

Sweet Disposition
Garten des Onsen
Letzte Woche hat endlich mein favorisierter Kurs begonnen, das Explore Japan Seminar. Das Seminar besteht eigentlich nur aus Ausflügen in die Umgebung Tokyos um Austauschstudenten die Chance zu geben, typisch japanische Erfahrungen zu machen.
Dieses Mal stand Entspannung auf dem Programm. Wir sind in der Nähe von Kunitachi zu einem Onsen gefahren. Onsen heißt übersetzt heiße Quelle und es ist ein öffentliches Bad, welches von einer natürlichen Quelle gespeist wird. Aber es ist nicht nur ein einfaches Bad, sondern eher ein kleiner Spa. Die Anlage lag im Wald, sehr idyllisch. Es hat leicht geregnet und wir alle konnten es kaum abwarten in das heiße Wasser zu kommen! 

Die Regeln:-)


Kleines Kneipp Bad am Eingang
Wer tätowiert ist hat übrigens keinen Zutritt zum Bad, was nicht an der Tätowierung selbst liegt, sondern daran dass sich in Japan fast nur die Yakusas tätowieren lassen und man die eben nicht im Onsen haben will. Keine Tätowierung bedeutet also eher "keine Yakusas". 
Das Bad ist nach Geschlechtern getrennt und man ist natürlich nackt. Bevor man in das Bad selbst geht, wird sich aber anständig gewaschen! Es gibt eine Waschstation mit vielen Duschen, Shampoo und Duschgel. 
Wer sauber ist darf dann ins heiße Wasser eintauchen und sich entspannen. Es gab in unserem Onsen ein Becken auf der Terrasse und ein Indoor Becken. Das Becken draußen war wie in Fels geschlagen und man hat auf die verregneten Wälder geblickt. Das es leicht geregnet hat, hat das ganze noch besser gemacht! Die Lust war so kühl, feucht und hat nach Laub geduftet, während das Wasser richtig angenehm heiß war. In dem Wasser muss irgendein Öl sein, denn es hat sich leicht seidig, schmierig angefühlt und die Haut wunderbar weich gemacht. 
Happy!
Wer genug von dem heißen Bad hatte konnte eine Runde ins kalte Becken tauchen oder saunieren. 
Es war einfach super! Richtig entspannend und danach war die ganze Gruppe glücklich, entspannt, sauber und richtig müde!
Die nächste Station unseres Trips war der größte Friedhof der Region Tokyo, wo sowohl nach Shinto als auch nach buddhistischem Ritual bestattet wird.
Nach einer Tour über den Friedhof haben wir den Tempel besucht und haben von einem Meister gelernt richtig zu beten. Sehr beeindruckend!
Der Friedhof selbst ist sehr anders als europäische Friedhöfe und da wir mit dem Bus einmal durchgefahren sind, hat es mich eher an einen Parkplatz als an einen Ort ewiger Ruhe erinnert...




Die letzte Station unseres Trips war einen Sake Brauerei! Die Brauerei besteht seit Anfang des 19.Jh. und teilweise sind die Gebäude sogar noch in ihrem Ursprungszustand erhalten. Wir haben nicht nur gelernt wie man Sake braut, sondern durften das Endergebnis auch ausgiebig probieren! Ich muss allerdings sagen, dass ich bis jetzt nicht wirklich warm damit geworden bin...



Die Reisvorräte


Unser Braumeister
Gegen sechs Uhr Abends waren wir alle unglaublich müde, leicht beschwipst und zufrieden wieder in Kunitachi und sind schon am überlegen, wann wir das nächste Mal in ein Onsen gehen können. Anscheinend gibt es ein Onsen in Kunitachi, von dem man auch Mount Fuji sehen kann (wenn er sich dann mal blicken lässt).

Das Wochenende haben wir wieder ausgiebig gefeiert, Freitag in Shibuya im Atom Club und Samstag hatte ein Komilitone von uns Geburtstag und wir sind zu einem Nomihodai gegangen. Ein Nomihodai ist eine Art Flatrate Party. Man bezahlt eine feste Summe und kann dann für 2 1/2 stunden soviel trinken wie man will, Alkoholisches und nicht Alkoholisches. Zusätzlich muss man zwei Gerichte bestellen, die aber sehr günstig waren.
Da jeder etwas anderes bestellt hatte, war der ganze Tisch voll mit den unterschiedlichsten Gerichten und alle waren super lecker! 


Shibuya:-)



Nomihodai!

Yammi <3