Donnerstag, 29. November 2012

Tokyo Tower
Die letzten zwei Wochen waren sehr ruhig. Ich habe viel gearbeitet und viel gelernt, es war fast richtiger Alltag. Aber nicht ganz.
Letzte Woche bin ich einen Nachmittag nach Tokyo gefahren um mich durch die Stadt treiben zu lassen. Es ist richtig schön in den Trubel und das Gedränge dieser unglaublichen Stadt einzutauchen und dann nach ein paar Stunden aber auch wieder nach Hause zu fahren. Man hat schier den Eindruck man fährt zurück in die Provinz, dabei ist es auch in Kodaira ziemlich belebt. 
Hier wird es langsam weihnachtlich, zumindest auf eine asiatische Art und Weise. Die Straßen sind geschmückt mit Lichterketten, kleinen Weihnachtsbäumen und Weihnachtsmännern und in Roppongi gibt es ab nächster Woche sogar einen Weihnachtsmarkt. Aber es ist nicht vergleichbar mit der Vorweihnachtszeit in Deutschland.
Im Moment ist es wunderschön hier, die Ginko Bäume sind alle leuchtend Gold, andere Bäume haben unglaublich intensive rote Blätter, es sieht aus wie auf einer Postkarte!
Es gibt im japanischen sogar einen Ausdruck für die Herbstfarbe der Blätter, es nennt sich Kouyou: 紅葉. 


Louise Bourgeois-Maman

Tokyo Tower 

Traffic in Yoyogi
Ich habe ein wunderbares Stadtviertel in der Nähe von Shinjuku für mich entdeckt, es heißt Koenji und dort gibt es unendlich viele kleine Geschäfte mit Vintage Sachen. Und zwar sehr hochwertigen Vintage Sachen, die bezahlbar sind! Die Straßen dort sind ganz klein, die Häuser süß und die Geschäfte sehr liebevoll eingerichtet und gestaltet. Außerdem habe ich so viele Restaurants gefunden die ich gerne ausprobieren möchte, dass ich problemlos bis Ende des Semesters jeden Tag essen gehen könnte...
高円寺

Heute hatte ich wieder meinen Lieblingskurs, das Explore Japan Seminar. Wir durften an einer Teezeremonie teilnehmen, es war unglaublich!
Es gibt auf unserem Campus ein richtiges Teehaus und dort wurden wir in die Kunst Tee zu zelebrieren eingeführt.
Bevor man den Raum betritt in welchem der Tee serviert wird erhält man einen Fächer. Diesen legt man vor sich hin, kniet sich auf den Boden und verbeugt sich. Dann betritt man den Raum, allerdings tritt man nicht hinein, sondern man kriecht auf den Knien hinein. Dann folgt ein weiterer Ritus. Man verbeugt sich vor einer Art Altar und hält dann einen Moment inne und betrachtet das Bild über dem Altar. Dann verbeugt man sich erneut und darf dann schließlich zu seinem Platz kriechen.
Ein Gast ist übrigens der Hauptgast und nur dieser hat die Erlaubnis Konversation mit der Gastgeberin zu betrieben, der Rest schweigt. 
Dann wird der Tee zubereitet. Das ist eine richtige Kunst! Es wirkte fast wie eine Art Tanz. So grazil und elegant! Ich glaube es dauert Jahre, diese Zeremonie richtig zu erlernen und zu verinnerlichen. 
Bevor man Tee trinkt isst man eine Kleinigkeit, etwas Süßes. Der Sinn dahinter ist, erst etwas Süßes zu essen um den bitteren Geschmack des Tees besser wertschätzen zu können. 
Der Tee selbst ist anders als jede Art von grünem Tee, den ich je getrunken habe. Schaumig, cremig, leicht und so intensiv im Geschmack! 
Nach der ersten Tasse Tee durften wir dann selbst Tee brauen. Es war richtig schwierig und ich habe mich gefühlt wie ein Elefant im Porzellanladen. Man bekommt ein eigenes Tee Service. Erst reinigt man seine Tasse, nicht weil sie schmutzig wäre, das hat eher eine symbolische Bedeutung. Das ganze ist schwieriger als es sich anhört, denn erst muss man das Waschtuch auseinanderfalten und dann wieder zusammen falten auf eine sehr komplizierte und natürlich elegante Art.
Start
Endergebnis
Dann bekommt man Tee Pulver und heißes Wasser in seine Tasse und muss dann den Tee mit einer Art Schneebesen rühren bis er schaumig wird. Man soll allerdings keine kreisenden Bewegungen machen, sondern immer von oben nach unten, locker aus dem Handgelenk durch die Flüssigkeit fahren. 
Ich war mit meinem Ergebnis ganz zufrieden, allerdings war es nicht so gut wie die erste Tasse!
Man soll während der gesamten Zeremonie eigentlich auf seinen Beinen sitzen, allerdings hält ein Normalsterblicher es höchstens fünf Minuten in dieser Position aus, dann schmerzen die Beine und Knie.
Unsere Gastgeberinnen haben wirklich die gesamte Zeremonie (fast 90 min) so ausgeharrt, wir anderen sind alle irgendwann in bequemere Position gewechselt.
Arai-sensei (die Zeremonieleiterin) hat auf Nachfrage sogar erklärt, dass diese Position für sie bequem sei, unvorstellbar! Sie ist übrigens eine unglaublich elegante und grazile Frau! Sehr beeindruckend!

Die Zeremonie war so schön! Wie aus einer anderen Welt! Ich hoffe ich habe die Gelegenheit noch mal eine Tee Zeremonie mitzumachen, ich werde mal recherchieren...
Morgen beginnt das Wochenende und ich fahre bis Montag nach Kyoto! Darauf freue ich mich sehr, Kyoto soll im Herbst wunderschön sein!

Herbststimmung auf dem Campus der Hitotsubashi Universität







Samstag, 17. November 2012

着物試着-Kimono Fitting




Donnerstag Nachmittag durften die 15 Teilnehmer des Explore Japan Seminars in traditionelle japanische Gewänder schlüpfen. Einen Kimono anzuziehen erfordert einiges an Aufwand, deswegen haben wir schon früher als der eigentlich Unterricht angefangen und hatten zudem ein ganzes Helferteam zur Seite.


Unser Helferteam 
Mein Kimono
Es ging los mit der Qual der Wahl. Die freiwilligen Helfer hatten eine Auswahl an verschiedenen wunderschönen Kimonos mitgebracht und alle durften sich einen aussuchen. Alle außer Cici und ich. Sie weil sie die Kleinste von uns war und ich weil ich die Größte war. Ich war darüber allerdings nicht unglücklich, denn die Auswahl wäre mir sehr schwer gefallen und mein Kimono hat mir wirklich gut gefallen.
Wir wurden nicht nur eingekleidet, wir haben auch die Haare frisiert bekommen. Insofern ist eine ganze Horde von Frauen durch den Raum gewuselt und hat sich darum gekümmert, dass wir alle perfekt hergerichtet wurden.
Wir haben damit begonnen uns passende Socken auszusuchen. Die Socken nennen sich Tabi, sind knöchelhoch und haben einen abgetrennten Bereich für die große Zehe , so dass man bequem die traditionellen Schuhe- Zori- tragen kann, welche unseren Flipflops ähnlich sind.
Während einige von uns erst frisiert wurde, wurden andere erst eingekleidet. Wir alle bekamen die Haare hochgesteckt und dann auf verschiedenste Art und Weise geschmückt. Ich hatte Blumen, Perlen und Pailettenschnüre in meinen Haaren. 

Einen Kimono anzuziehen erfordert mindestens einen, besser zwei Helfer und alleine der Prozess des Anziehens ist unglaublich kunstvoll. Ein Kimono besteht aus mindestens zwölf verschiedenen Stücken, welche ineinander gefaltet und gewickelt werden. 
Man schlüpft erst ein ein schlichtes weißes Unterkleid, wie eine Art langes Nachthemd. Dann zieht man ein anderes Gewand über, welches schon die langen Ärmel hat, welche bis knapp über den Boden reichen. Man muss übrigens fast die ganze Zeit die Arme ausgestreckt halten, insofern ist das nebenher ein richtiges Workout! Am Kragen des Übergewands wird Watte oder ein weicher Schaumstoff befestigt und dann wird man eingeschnürt. Es gibt verschiedene Bänder, die in einer festen Reihenfolge gewickelt und geknotet werden. Ziemlich eng übrigens, wodurch man automatisch gezwungen wird, eine sehr aufrechte Haltung einzunehmen.
Alleine das Untergewand ist schon relativ schwer, aber kein Vergleich zum eigentlich Kimono. Das Wort Kimono setzt sich übrigens aus den Verb "kiru" 着る-anziehen und "mono 物- Sache zusammen. Also eine Sache zum Anziehen. In meinen Augen eine ziemliche Untertreibung, denn ein Kimono ist ein richtiges Kunstwerk.
Der eigentliche Kimono war aus Seide und wunderschön gestaltet mit verschiedenen Blumenmotiven. Der Kimono wird dann um den Körper gewickelt und gefaltet um sich der individuellen Körperform anzupassen. Zum Schluss kommt der Obi, der Gürtel des Kimonos, der am Rücken kunstvoll drapiert wird.
Alleine ein Obi kann mehrere tausend Euro kosten, ein guter Kimono ist nach oben preislich offen, startet aber ungefähr bei 10.000 €. die Kimonos für Männer sind deutlich günstiger, allerdings auch weitaus weniger schön!




Rückenansichten
In den Obi wird man richtig eingewickelt. Man versucht einen möglich festen Stand einzunehmen, die Arme sind zur Seite gestreckt und dann wird der Gürtel um einen herum gelegt und fest gezogen. 
Der komplizierteste Part ist es den Obi auf dem Rücken zu drapieren. Es gibt viele verschieden Formen und das Endergebnis erinnert an Schmetterlinge oder Blüten.
Die Prozedur dauert etwa 35 min und bis alle 10 Mädchen fertig angezogen waren, hat es fast 3 1/2 h gedauert.
Aber fertig angezogen hat man sich unbeschreiblich schön und elegant gefühlt. Da der Kimono eng am Körper anliegt, kann man sich nur in kleinen Trippelschritten vorwärts bewegen und durch den Obi bleibt man die ganze Zeit in einer sehr aufrechten Körperhaltung. Wir alle haben uns wie japanische Prinzessinnen gefühlt!
Die Jungs haben schon ungeduldig auf uns gewartet, denn ihre Gewänder waren nicht so kompliziert, aber dafür auch nicht so schön wie unsere.
Draußen haben wir natürlich jede Menge Fotos gemacht und wurden außerdem für das nächste Jahrbuch der Universität fotografiert. Es war einfach märchenhaft. Wir mussten viel zu schnell wieder aus den wunderbaren Gwändern schlüpfen, ich hätte meinen Kimono am liebsten behalten, aber er ist wie gesagt schier unbezahlbar und ich bezweifle, dass ich ihn in Deutschland so oft tragen würde...
Einen Kimono auszuziehen ist übrigens nicht so schwer! Dadurch dass fast nichts geknotet wird, lässt sich alles relativ leicht wieder lösen. Man fühlt sich nur auf einmal so nackt, weil man sich schnell an das Gewicht des Stoffes gewöhnt. Und man fühlt sich deutlich weniger besonders wenn man wieder Jeans und Chucks trägt...
Aber es war einfach wunderbar, das erleben zu dürfen! Alleine zu sehen, was für ein Kunstwerk ein Kimono ist und mit zu erleben, wie er angelegt wird, war fantastisch! 
Und ich habe jetzt einen unglaublichen Respekt vor Frauen, die auch im Alltag Kimono tragen, weil es wirklich nicht leicht ist, sich damit zu bewegen. Durch die langen Ärmel und die eingeschränkte Beinfreiheit wird vieles schwieriger. Alleine Treppensteigen ist eine richtige Herausforderung!











Details meines Kimonos 
Aufräumen...
Freitag Abend haben wir dann endlich meinen Geburtstag und den einer anderen Freundin nachgefeiert, welche am Dienstag Geburtstag hatte.
An meinen Geburtstag selbst habe ich nicht wirklich gefeiert. Ich habe mit meiner Familie "reingeskyped" und bin am nächsten Morgen erst in die Uni und dann arbeiten gegangen. Immerhin durfte ich schon um sieben gehen, so dass ich gegen halb neun wieder zu Hause war, wo Julie und Annie mich überrascht haben und mit mir essen gegangen sind. Es war der erste Geburtstag, an dem ich nicht zu Hause war, das war auch eine ziemliche Umstellung und daran wurde mir auch bewusst, dass ich wirklich langsam erwachsen werde.
Freitag Abend sind wir nach Shibuya clubben gegangen und haben ein richtiges Birthday Special bekommen. Daphne und ich haben personalisierte Sektflaschen bekommen, Schokolade, Wunderkerzen, ein kleines Geschenk und der DJ hat uns alles liebe gewünscht. Es war witzig! Die Nächte in Shibuya sind immer ziemlich lang, da wir den ersten Zug um kurz vor fünf nach Hause zurücknehmen und dann erst gegen viertel nach sechs morgens im Bett sind. 
Happy birthday to Daphne and me <3
Champagner für die Mädels, die Jungs haben nichts gekriegt;-)

Samstag Nachmittag haben Julie, Annie und ich gleich mein Geburtstagsgeschenk eingelöst, ein Besuch im Butlers Cafe. Ein Butlers Café ist sozusagen der männliche Gegenpart zum Maid Café. Frauen kommen dorthin um sich wie eine Prinzessin zu fühlen und ich muss sagen, das Konzept geht auf.

Wir kamen in das Café und wurden mit den Worten "we have been waiting for you, Princesses" begrüßt. Dann wurden wir zu unserem Tisch geführt und mit der Hausordnung bekannt gemacht. Die Butler tragen alle einen Frack und sprechen einen immer mit "my princess, my wonderful princess oder my beautiful princess" an. Wenn man etwas benötigt läutet man eine kleine Glocke, woraufhin alle anwesend Butler mit "yes, my princess" antworten und dann kommt sofort einer zu deinem Tisch geeilt. Am Anfang fand ich das Ganze doch etwas befremdlich, aber es hat was!
Welcome Card

Die Butler bemühen sich sehr, Konversation mit ihren Gästen zu betreiben. Zu Beginn werden ein paar persönliche Informationen abgefragt, etwa woher man kommt, welche Sprachen man spricht, warum man das Butlers Café besucht und dann beschäftigen sich die Butler eingehend mit dir. Jeglicher Kontakt mit den Butlern außerhalb des Cafés ist übrigens strengstens verboten und man bekommt auch nicht mehr Informationen über sie als ihren Namen und das Heimatland.
Das Menü ist italienisch angehaucht und es gibt jede Menge leckeren Nachtisch. Dazu gibt es specials wie z.B. Cocktails die von der Farbe der Augen der Prinzessin inspiriert kreiert werden.
Wenn einem das Essen serviert wird gibt es gleich zwei "wonderful surprises". Der Unterteller ist mit Schokoladen Sauce beschrieben und man bekommt seine Tiara. Diese darf man dann den ganzen Aufenthalt über tragen.
Princess Time
Das Essen war sehr lecker, man muss sich nur daran gewöhnen so bedient zu werden. Der Tee wird einem bspw. immer nachgeschenkt, wenn man zur Toilette muss, wird man selbstverständlich eskortiert (Toilette heißt übrigens nicht restroom sondern powder room) und es wird einem schier jeder Wunsch von den Augen abgelesen.
Schließlich haben wir ein Foto mit unserem Lieblinsbutler-Rufus aus Hamburg gemacht, was jede dann mit nach Hause nehmen durfte. Auf der Rückseite des Fotos stand noch eine kleine Nachricht: "My lovely princess, I hope you enjoyed your stay! Thank you for this picture my lovely princess, Sarah! Your butler Rufus."

Bevor man geht wird einem die Tiara wird abgenommen, nein man nimmt sie nicht selbst ab, selbst das tun die Butler und dann wird man zum Prinzessinnen Aufzug begleitet, da unten schon die Prinzessinnen Kutsche wartet. Schön wär's gewesen! Es gab einen regelrechten Wolkenbruch als wir wieder auf der Straße standen.
Es war ein interessantes Erlebnis und ein sehr witziger Nachmittag, aber ich frage mich, was diese Männer dazu bewegt, in diesem Café zu arbeiten. Die Dialoge sind auswendig gelernt und es wird die ganze Zeit englisch gesprochen, d.h. die Butler versuchen Konversation mit Frauen zu betreiben die oft nur sehr wenig englisch sprechen. 
Aber es ist trotzdem toll, mal einen Nachmittag so verwöhnt zu werden!
Princess Pancake 
Butler Rufus

Sonntag, 11. November 2012

Explore Japan:-)



Freitag Abend bzw. Nacht habe ich endlich etwas gemacht, was ich machen will seit ich in Tokyo bin: Nachts den Fischmarkt besuchen.
Das ganze ist leider ein bisschen kompliziert, man benötigt nämlich Karten um sich die Tunfisch Auktion anzuschauen und wir haben es natürlich nicht geschafft während der Woche ins Zentrum zu fahren und diese zu besorgen, aber es war trotzdem ein sehr beeindruckendes Erlebnis.
Ich war mit Annie und Julie in Roppongi clubben. Es war ein bisschen komisch auf einmal wieder von so vielen Europäern und Amerikanern umgeben zu sein, da Roppongi das internationalste Nachtleben bietet.
Wir sind erst eine Stunde durch Roppongi geirrt, auf der Suche nach einem bestimmten Club und als wir diesen gefunden hatten, hat sich herausgestellt, dass man dort leider nicht tanzen kann, da der Club nicht die Genehmigung der Regierung hatte, die Tanzfläche zu öffnen. Ich muss zugeben, das fand ich doch ein bisschen bizarr, dass man die Genehmigung der Regierung benötigt, um eine Tanzfläche zu öffnen, aber wir konnten nun mal nichts daran ändern.
Also haben wir uns auf die Suche nach dem nächsten Club gemacht und sind schließlich im Feria geendet.
Das war auch ein richtiger Glückstreffer, denn dieser Club hatte die Erlaubnis, die Tanzfläche zu öffnen und so hatten wir bis kurz nach vier jede Menge Spaß mit einer bunten Mischung aus Asiaten, Europäern und Amerikanern. 
Dann sind wir mit dem Taxi zum Tsukiji Fish Market gefahren. Laut meines Reiseführers beginnt dieser gegen halb drei Morgens, als wir um kurz nach halb fünf aus dem Taxi geklettert sind, war aber leider noch nicht so viel los! Die Geschäfte haben langsam geöffnet und alles vorbereitet. Es war unglaublich kalt und wir sind zitternd durch die Gassen gelaufen bis wir an einem Soba Stand vorbei kamen. Soba ist eine Nudelsuppe. Es ist eine Brühe (manchmal heiß, manchmal kalt) mit dünnen, Spaghetti  ähnlichen Nudeln und dann verschiedenen anderen Zutaten. Das kann von Gemüse, über Fleisch, Eiern oder Pilzen variieren.
Beste Soba der Welt!
Da wir wirklich durchgefroren waren, konnten wir natürlich nicht widerstehen und haben zusammen mit Business Men, Fischern und Nachtschwärmern eine unglaublich leckere Soba gegessen!
Danach sind wir noch mal über den Markt gelaufen, der inzwischen deutlich belebter war und schließlich im Morgengrauen nach Hause zurückkehrt. Als ich endlich ins Bett gefallen bin, war es taghell. Daher ist mein Samstag auch sehr ruhig verlaufen und ich habe ein bisschen an meinem Report für Japanese Corporate Management gearbeitet. 


Vorbereitungen

Kuschelstunde


Sonntag hatten wir wieder Explore Japan Seminar. Das zweite Mal in der Woche, da wir Donnerstags schon ein Campus Quiz zusammen mit japanischen Studenten gemacht haben, aus dem meine Gruppe als Sieger hervor gegangen ist! Francesco und ich haben unsere Gruppe einfach über den Campus gejagt, aber es hat sich gelohnt, denn der Preis waren frische Doghnuts:-)
Sonntags sind wir dann in ein Freiluft Museum gefahren um zu erleben, wie das Leben in Japan vor 400 Jahren abgelaufen ist.
Der Morgen begann damit, dass wir gelernt haben Seile aus Reispflanzen herzustellen. Die Pflanze wird erst mit einem Hammer bearbeitet um sie weich und geschmeidig zu machen und dann werden verschieden Stränge ineinander gedreht. Dazu setzt man sich (wie so oft in Japan) auf den Boden, befestigt die Stränge an seinen Zehen und beginnt dann mit dem Drehen. 
Rope Master

Unser "Drehmeister" hat uns das ganze Prozedere vorgeführt und es sah unglaublich leicht und flink aus. Uns ist das aber nicht ganz so leicht gefallen. Es ist doch relativ kompliziert, vor allem wenn man das Seil dann verlängern will und neue Stränge einfügt wird es kritisch. Aber schließlich hatten wir alle ein mehr oder weniger stabiles Stück Seil in der Hand und haben uns damit geschmückt.
Da Arbeit bekanntlich hungrig macht, sind wir im dortigen Restaurant hausgemachte Soba essen gegangen. Ich muss ja sagen, dass ich die Japaner sehr dafür bewundere, dass sie so gut auf dem Boden sitzen können! Wenn ich auf meinen Beinen sitze, schlafen sie immer irgendwann ein, während die Japaner scheinbar stundenlang in dieser Haltung verharren können. 
Die Soba war in jedem Fall sehr lecker und genau das Richtige, denn wir waren alle etwas durchgefroren. 
Einmal weichklopfen-anstrengend!



Es ist leider nicht so einfach wie es aussieht... 
The Result:-)
Rapunzel lass dein Haar herunter
Annie-so joyful!


Nach dem Mittagessen wurden wir dann durch das Museum und die verschiedenen Häuser geführt. Alle waren Reed gedeckt, was mich an meine Lieblingsinsel Langeoog erinnert hat. In den Häusern gab es verschiedene Level, einmal das Wohnlevel und das Stalllevel für die Tiere.
In der Mitte des Raumes befindet sich immer eine Feuerstelle und der Boden ist meistens mit Tatami Matten oder mit Bambus ausgelegt.
Die Häuser waren wirklich süß und hatten auf jeden Fall Charme, aber ich muss sagen, ich bin froh, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben! 



The cutest Asian Girls <3
Später am Nachmittag hat es angefangen zu regnen und wir sind auf dem Weg zurück nach Kodaira pitschnass geworden. Wenn man sich die Wettervorhersage für die nächsten Tage anschaut ist eindeutig klar, dass auch hier der Herbst Einzug hält. Die Blätter färben sich langsam rot und gold, was-wenn die Sonne scheint-wirklich wunderschön aussieht!