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| Skyline Seoul |
Ich kam mittags gegen kurz nach eins bei strahlendem Herbstwetter in Seoul an, wo Saskia mich vom Flughafen abgeholt hat.
Als allererstes ist mir aufgefallen, dass öffentliche Verkehrsmittel in Korea sehr viel günstiger sind als in Japan, denn ich habe für die Strecke vom Flughafen nach Sinchon ins Zentrum der Stadt gerade mal umgerechnet 3,50€ bezahlt. Zum Vergleich: in Tokyo bezahlt man mindestens 18€ und ist genauso lange unterwegs.
Während Saskia dann schnell zu ihrem Strategic Management Kurs geeilt ist, bin ich erst einmal in mein Hostel Zimmer eingezogen. Das Hostel lag gleich um die Ecke ihrer Uni und war wunderschön eingerichtet und sehr gemütlich, ich habe mich sofort wohl gefühlt.
Später hat Saskia mir ihren Campus gezeigt. Die Universität ist um einiges größer als die Hitotsubashi, es gibt mehrere Cafés, Restaurants, große Sportplätze und Bibliotheken und ein riesiges Wohnheim-Gonzaga Hall- direkt auf dem Campus. Es ist wie eine eigene kleine Stadt. Die Uni ist auf und um einen Hügel herum gebaut und der Hügel ist in die Architektur des Campus integriert, das hat mir echt gut gefallen.
| Campus Sogang University |
Wir waren erst einmal Kaffee trinken und haben gequatscht. Nach vier Monaten Abstinenz hatten wir trotz unzähligen Skype Dates noch ziemlich viel zu besprechen.
Abends sind wir in Sinchon essen gegangen. Saskia wollte mich in ein traditionelles koreanisches Restaurant ausführen, was ihrer Aussage nach den besten Seafood Pancake überhaupt servieren würde. (Seafood Pancake ist ein traditionell koreanisches Gericht). Ich war schon nach fünf Minuten in denen wir durch die Straßen geirrt sind total orientierungslos, hätte Saskia mich stehen gelassen hätte ich niemals nach Hause gefunden. Aber Saskia hatte den perfekten Überblick und schließlich saßen wir in einem richtig urigen Lokal und hatten einen riesigen duftenden Seafood Pancake vor uns. Es war überwältigend und unglaublich lecker! Ein Seafood Pancake ist ein sehr herzhafter Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln und jeder Menge Seafood. Dieser wird dann zerteilt und die Stücke in Soja Sauce, Wasabi oder eine scharfe Chili Sauce getunkt.
| Streetfood |
| Seafood Pancake |
Die koreanischen Stäbchen unterscheiden sich übrigens von den japanischen, da sie aus Metall und eher flach als rund sind, was das Essen erst einmal schwieriger gestaltet hat.
Dazu haben wir Makgeolli getrunken, das ist ein Getränk das hauptsächlich aus Reis gewonnen wird, aber ganz anders schmeckt als z.B. Sake.
Nach viel zu viel Seafood Pancake sind wir nach Gangnam aufgebrochen um dort in den Club Eden zu gehen.
Der Club war toll! Allerdings gab es einen sehr deutlichen Männerüberschuss und wir waren die einzigen Europäerinnen. Zusätzlich sind die Koreaner sehr aktiv wenn es darum geht eine potentielle Partnerin zu finden (das Land ist das absolute Pärchenparadies aber dazu später) und daher sind wir öfter von einer Gruppe Männer in die Arme der nächsten Gruppe geflüchtet. Da sind mir die Japaner doch lieber, die fragen immer erst ob man einen Freund hat, bevor sie in die Offensive gehen, die Koreaner nehmen einen einfach von hinten in die Klammerumarmung und es ist relativ schwierig sich da wieder herauszuwinden.
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| Club Eden |
| Gangnam Style:-) |
An den Fenstern der Aussichtsplattform wurde angezeigt wie weit die Hauptstädte anderer Länder entfernt sind und wir haben an alle unsere Mädels gedacht, die im Moment auf der ganzen Welt verstreut studieren. Es war schon ein verrücktes Gefühl, dass wir zwei so weit entfernt von Mannheim zusammen und die anderen nicht bei uns sind.
Später sind wir in die Stadt und durch einen riesigen Markt gebummelt, wo wir sehr einfach aber lecker Mittag gegessen haben. Die Stände haben die verrücktesten Sachen angeboten, wie z.B. Octopus bei dem die Tentakel abgeschnitten werden und dann serviert werden, während die Nerven Enden noch nicht tot sind, so dass die Tentakel über den Teller kriechen. Das fand ich dann doch etwas befremdlich!
Der Markt war richtig schön, lebendig und ein toller Kontrast zu den modernen High-tech Teilen von Seoul.
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| N Seoul Tower |
| Mittagessen |
An diesem Wochenende hat das Laternen Festival von Seoul stattgefunden. In der Stadt gibt es einen künstlich angelegten Fluss und auf diesem Fluss waren große Figuren aufgestellt, die von innen beleuchtet wurden. Um direkt am Fluss entlang gehen zu können, hätte man sich anstellen müssen und als Saskia und ich kamen, betrug die Wartezeit schon 1 1/2h. Daher sind Saskia und ich erst mal wieder Kaffee trinken gegangen.
Nun zur Pärchenkultur in Korea: Ich habe noch nie so viele Paare gesehen. Man bekommt das Gefühl, dass man als Individuum nicht akzeptiert wird. Es ist eine richtige Kultur, denn die Paare kleiden sich auch abgestimmt. Sie tragen die gleichen Turnschuhe, Jacken, Hosen in der gleichen Farbe oder sonstige abgestimmte Outfits. Dementsprechend viele Dinge gibt es die man als Pärchen machen kann, wie z.B. ein Schloss am Geländer des N Towers anzubringen und in Restaurants gibt es viele Dinge die man nur bestellen kann, wenn man zu zweit ist. Aber Saskia und ich waren glücklicherweise auch zu zweit, so dass sich keiner von uns einsam gefühlt hat.
Nachdem wir mittags traditionell koreanisch gegessen hatten, haben wir uns abends einen Besuch beim Italiener gegönnt und sind für zwei Stunden nach Europa geflohen. Das Lokal war sehr charmant im Landhausstil eingerichtet und als wir Brot, Olivenöl und Balsamico serviert bekamen, konnte man fast vergessen, dass wir in Asien waren.
Später am Abend ging es von Sinchon nach Hongdae in den nächsten Club. Hongdae hat mit persönlich sehr gut gefallen, auch wenn wir nur kurz durch die Straßen geschlendert sind. Es gab super viele kleine Geschäfte mit tollen Klamotten und hätten wir mehr Zeit gehabt hätte ich wieder viel zu viel geshoppt...
Der zweite Club- das Cocoon Seoul- war noch größer als der erste und der Bass dort einfach nur intensiv. Als wir gegen drei Uhr gegangen sind habe ich den Bass noch in meinem ganzen Körper gespürt. Und natürlich haben wir wieder jede Menge Koreaner kennengelernt... Eines muss man diesen Männern jedoch lassen, sie ziehen sich hervorragend an! Ich habe kaum schlecht gestylte Männer gesehen, alle sehen unglaublich gut in ihren Outfits aus.
Und ich würde schätzen der Durchschnittskoreaner ist auch größer als z.B. der Durchschnittsjapaner. Korea ist sowieso ein Land in dem sehr viel Wert auf Aussehen gelegt wird. Überall befinden sich Ganzkörperspiegel und Werbungen für Schönheitschirurgie. Viele Frauen haben korrigierte Augenpartien oder aufgespritzte Lippen. Fast alle Menschen sehen aus als seien sie einem Fashion Magazin entsprungen, viele Frauen tragen High Heels und selbst bei kühleren Temperaturen noch Miniröcke und offene Schuhe!
Sonntag Morgen sind wir in ein kleines Künstlerviertel gefahren und ich habe ein paar wunderschöne handgemachte Lesezeichen gekauft. Da es geregnet hat sind wir relativ schnell in ein Restaurant geflüchtet und haben Bimbimbap gegessen, ein Reiseintopf der in einem heißen Steintopf serviert wird. Sehr lecker! Und so gesund, dass wir danach in ein kleines Café gegangen sind und uns eine Waffel mit Eis und Sahne gegönnt haben.
Das Wochenende ging so schnell vorbei und auf einmal war ich schon wieder auf dem Weg zum Flughafen und zurück in Tokyo. Es war seltsam in Narita anzukommen, ein bisschen als würde ich nach Hause kommen. Ich konnte die Menschen wieder verstehen und die Dinge wieder lesen. Auch wenn die Zeit in Seoul so kurz war, so war sie doch wahnsinnig intensiv und es war so schön Saskia zu sehen. Es hat mir auch wieder gezeigt wie sehr ich meine Freunde aus Mannheim vermisse.
Jetzt habe ich noch ein paar ganz andere News: Morgen werde ich anfangen als Werkstudentin für KPMG zu arbeiten. Ich habe beim Sommerfest des Japanologie Departments der Universität Mannheim erste Kontakte zu dem Büro hier in Tokyo geknüpft und mich dann schließlich auf den Posten beworben und morgen wird mein erster Arbeitstag sein. Ich bin richtig aufgeregt aber ich freue mich auch sehr auf die Erfahrungen und darauf richtig viel neues zu lernen!













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