Donnerstag, 4. Oktober 2012

Shoppingweek...

Campus in Kunitachi

Die erste richtige Uniwoche hat mit strahlendem Sonnenschein und 30°C begonnen. In der Nacht hat noch der erste Taifun des Jahres über Kodaira gefegt und ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass damit der Herbst eingeläutet werden würde, statt dessen ist der Sommer noch mal zurückgekehrt.
Im ersten Block hatte ich meine erste Japanisch Stunde. Der Kurs ist eingeteilt in eine Stunde Oral Expression, zweimal Kanji Practice und zweimal Grammatik. Dazu haben wir drei verschiedene Lehrer.
Der Kurs ist sehr fordernd, aber ich es ist entgegen meiner Erwartungen das richtige Level für mich. Es war richtig erleichternd zu merken, dass mein Gehirn sich nach der langen Sommerpause wieder in Gang gesetzt hat und ich merke, dass ich nicht nur jeden Tag mehr verstehe, sondern dass ich auch jeden Tag mehr sprechen kann.
Mein Lieblingslehrer hier ist mein Kanji Professor: Gomi-sensei. Er schafft es aus 90 Minuten Kanji Übungen eine richtige Show zu machen, was nicht nur für eine extrem angenehme Lernatmosphäre sorgt, sondern den Lernprozess auch erheblich erleichtert.

Ich habe in mehrere Business Kurse reingeschnuppert und darf mir jetzt vier aussuchen, die Entscheidung habe ich aber noch nicht endgültig getroffen. Dazu kommt auf jeden Fall ein weiterer japanisch Kurs-nochmal Oral Expression- und das Explore Japan Seminar, was nur aus Ausflügen in die Umgebung Tokios besteht und Events wie Kimono Fitting oder eine traditionelle japanische Tee Zeremonie beinhaltet.

Montag habe ich mir einen sehr großen Wunsch erfüllt: Ich habe mir ein Fahrrad gekauft! Es ist knall pink, wodurch es sehr viel leichter ist, dass Rad auf dem Campus wieder zu finden.
Es war so schön am Dienstag das erste Mal zur Uni mit dem Rad zu fahren auch wenn der Weg auf den ersten Blick sehr kompliziert erschein, aber inzwischen würde ich sogar alleine nach Hause finden!


Falsch geparkt...
Die zweite Anschaffung diese Woche war ein japanisches Handy. Glücklicherweise hatte ich Hilfe durch einen japanischen Studenten, der Verkäufer sprach nämlich kein Englisch und ich habe noch nicht alles verstanden was er mich gefragt hat.
Mitten in unserem Verkaufsgespräch ist der Student auf einmal aufgesprungen, nach draußen gerannt und hat mir angedeutet mitzukommen. Ich war komplett perplex- wir hatten beide einen Strafzettel bekommen, weil wir unsere Räder falsch geparkt hatten. Anscheinend bekommt man erst einen Strafzettel und wenn das Rad zwei Stunden später noch da steht wird es abgeschleppt! Dazu ist es glücklicherweise nicht gekommen und ich parke mein Rad jetzt sehr viel vorsichtiger...

Ich habe diese Woche unglaublich viel Zeit in der Bibliothek verbracht und das Unileben fühlt sich erstaunlicherweise schon sehr alltäglich an. Und es macht mir sehr viel Spaß soviel japanisch zu lernen, weil der Lernprozess hier so beschleunigt ist.
Und die Bibliothek ist sehr schön! Es gibt ruhige Bereiche und es gibt eine Art Wohnzimmer wo Musik läuft und man sogar mal einen kurzen Mittagsschlaf auf der Couch halten kann.
Kurze Lernpause im "Wohnzimmer" der Bibliothek
Niedlichkeit hoch hundert!
Die Qual der Wahl...
Die niedlichsten Handschuhe der Welt
Heute war ich dann das erste Mal "richtig shoppen" In Tachikawa, zwei Stationen von unserem Campus entfernt sind mehrere große Kaufhäuser. Es war paradiesisch!!! Die Auswahl ist überwältigend und es gibt einfach die verrücktesten, niedlichsten Sachen, die man sich nur vorstellen kann. 
Brot!
Und im Untergeschoss des Kaufhauses wartet das Gourmet Paradies! Es gibt Bäckereien mit richtigem (unerschwinglichen) Körnerbrot, Patisserien, Restaurants, Delikatessen Geschäfte, die verschiedenen Gerüche waren einfach berauschend! Kein Wunder dass wir auf dem Rückweg erst einmal in den falschen Zug gestiegen sind...

Morgen schnuppere ich in die letzten beiden Kurse rein: Project Finance und Special Topics in Social Sciences (Globalization, Bubbles, Demography and Labour Markets). Abends werden wir dann ein kleines Oktoberfest auf dem Campus veranstalten und damit das zweite Wochenende hier eröffnen.

Die Woche war übrigens nicht nur akademisch sehr bewegend, sondern auch physisch! Erstens kann ich jetzt immer mit dem Rad fahren, zweitens ist  das Fitness Studio auf dem Campus jetzt offen und wir können zwei Wochen kostenlos trainieren und drittens schaue ich morgen in den HipHop Dance Club der Universität rein. Ich würde da sehr gerne mitmachen, nicht nur um zu tanzen, sondern auch um andere japanische Studenten kennen zu lernen, denn wir haben leider kaum Kurse mit den anderen Studenten der Universität.

Soviel zu ersten Uniwoche, bis jetzt bin ich wirklich begeistert, aber ich denke dass es auch sehr fordernd wird. Ich muss das erste mal in meinem Studium ein Paper schreiben, in manchen Kursen alle vier Wochen eins und das ist eine richtige Umstellung...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen