| Camelot Club Shibuya |
Von den neusten Hits zu alten Klassikern wie "Ring of Fire" von Jonny Cash bis hin zu japanischen Popsongs haben wir alles ausprobiert und oft mehr oder weniger richtig, aber immer mit voller Begeisterung gesungen. Es gab sogar ein paar Gänsehaut Momente mit Robbie Williams, Jason Mraz und natürlich Michael Jackson.
| Lost in Translation... |
Den Samstag habe ich sehr entspannt begonnen und ein paar Haushaltssachen erledigt wie z.B. Wäsche zu waschen. Auch wieder eine kleine Herausforderung, da es natürlich nur japanische Anleitungen gibt! Den Startknopf habe ich noch alleine gefunden aber bei den Einstellungen musste mir dann doch meine Mitbewohnerin helfen.
Zusätzlich haben wir Samstag mehr oder weniger gute Nachrichten vom Studienbüro der Hitotsubashi bekommen: Da ein Taifun auf Tokyo zukommt kann es sein, dass am Montag alle Kurse ausfallen. Allerdings haben wir wahrscheinlich nicht soviel davon, weil wir ja bei einem Taifun schlecht Sighseeing in Tokyo machen können, sondern den ganzen Tag drinnen bleiben sollten.
Ich bin vorsichtshalber noch mal einkaufen gegangen und habe mich mit ein paar Vorräten eingedeckt. Supermärkte hier sind super cool, es gibt unendlich viele Dinge die für mich nicht identifizierbar sind, aber alles was ich interessant finde, wird gekauft und getestet!
Samstag Abend sind wir schließlich in einer kleinen Gruppe nach Shibuya gefahren um dort das Nachtleben zu erkunden. Man fährt mit dem Zug ungefähr 50 min bis Shibuya, aber die Zeit geht erstaunlich schnell rum! Und der Unterschied zwischen unserem kleinen Bahnhof in Kodaira und dem Platz vor dem Bahnhof in Shibuya könnte nicht größer sein!
Wir haben es noch geschafft rechtzeitig zur Happy Hour in einen Club zu kommen so dass wir Mädchen nichts bezahlt haben und die Jungs zwar 1000 Yen Eintritt bezahlt haben (ca. 10€) aber dafür zwei Freigetränke à 500 Yen erhalten haben.
Der Club hatte zwei Floors und etwas was ich in Deutschland noch nie gesehen habe: Ladies only Areas! Es gab mehrere Bereiche mit Tischen und Sofas, in denen sich nur Frauen aufhalten durften.
Im Vergleich zu den Clubs in Mannheim geht in Tokyo alles sehr viel geordneter zu. Man stellt sich vor der Bar artig in eine Schlange, was Sinn macht, weil man so wirklich schneller bedient wird, als wenn man versucht sich in einem Pulk nach vorne zu drängen.
Zusätzlich sind es hier nicht die Frauen die vor der Toilette Schlange stehen, sondern die Männer! Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal erleben würde!
Die Stimmung war großartig! Obwohl es erst 23 Uhr war, war die Tanzfläche voll. Das Publikum war sehr gemischt, von Männern in Business Outfit zu Mädchen im Gothic Look, Leute im Kimono oder Schulmädchen Look. Dazu Europäer die alle anderen um zwei Köpfe überragt haben und wir!
Die Musik bestand größtenteils aus den neusten koreanischen Hits. Wir haben natürlich nichts verstanden aber das hat niemanden davon abgehalten die Lyrics mit zu singen. Andersherum waren wir bei den englischen Songs textsicherer.
| New Friends! |
Da einige von uns irgendwann vor Hunger schier umgekommen sind haben wir uns aufgeteilt und einige sind noch geblieben während sich andere auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht haben.
Ich hätte das ein paar Stunden vorher nicht für möglich gehalten, aber es kann in Shibuya sogar fast still sein! Die riesige Kreuzung vor dem Bahnhof war leer und für Tokyo Verhältnisse erstaunlich wenig Menschen auf den Straßen. Aber dafür umso mehr schlafende Leute die wohl den einen oder andern Drink zu viel intus hatten...
Wir wurden von einer sehr namenhaften Fast Food Kette leider enttäuscht, da erhält man nachts nur Getränke und nichts zu essen, aber zum Glück gibt es Convenience Stores! Und da kriegt man rund um die Uhr ein warmes Essen, einfach wunderbar!
Auf dem Weg zurück nach Kodaira war der Zug schon erstaunlich voll. Manche Leute waren schon wieder unterwegs, andere waren auf dem Weg nach Hause und als wir endlich aus dem Zug gestiegen sind, war es helllichter Morgen.
| Verwaistes Shibuya... |


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