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| One last Kanpai! |
Die letzten Tage waren sehr intensiv, ich habe versucht noch einmal Tokio in mich einzusaugen und in mir zu speichern, als würde mir ein sehr langer Winterschlaf bevorstehen.
Freitage Abend sind wir alle nach Kunitachi gefahren und haben uns mit den Studenten die dort wohnen in einem Izakaya zu einem letzten Nomihodai getroffen. Es war sehr schön und lustig, die Stimmung ausgelassen, da wir alle unsere Klausuren hinter uns hatten, aber es ist auch schon die eine oder andere Abschiedsträne geflossen, da sich wirklich alles unerbittlich dem Ende zuneigt.
Samstag morgen bin ich mit Julie nach Shibuya gefahren und wir haben noch mal geshoppt wie die Weltmeister! Diese Auswahl wird mir in Deutschland wirklich fehlen! Japan ist so ein Pionier in Sachen Mode, hier gibt es Stylingmöglichkeiten und eine Auswahl an Klamotten, Schuhen und vor allem Accessoires, die einen am Anfang erschlägt, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran!
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| Blick nach Shibuya |
Wir haben uns von Shibuya nach Harajuku vorbearbeitet und sind dann in Harajuku auf einen Kimonosale gestolpert! Wir waren so unendlich glücklich! Kimonos sind schier unbezahlbar, vor allem wenn man einen richtig schönen haben will, aber dort gab es Gebrauchte zu vernünftigen Preisen! Und es gab wunderschöne Obis! Es ist nur so schade, dass ich mir den Obi nicht selbst binden kann und die Gelegenheit zum Kimono tragen in Deutschland auch eher selten sind... Daher habe ich mir einen Sommerkimono- eine Yukatta gekauft, die sehr viel leichter als ein richtiger Kimono ist.
Samstag hatte es 20°C, die Sonne hat geschienen und es war richtige Frühlingsstimmung! Julie und ich haben dann in Harajuku einen Shoppingstop eingelegt und haben auf der Dachterrasse eines Kaufhauses einen Kaffee getrunken. Das ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze! Es ist ein wunderschön angelegter Garten mit vielen verschiedenen Sitzmöglichkeiten und man hat einen tollen Blick nach Ometesando, Shinjuku, Shibuya und Roppongi.
| Sale!!!! |
Am späten Nachmittag sind wir vollbepackt nach Kodaira zurück gekehrt, da abends die offizielle Verabschiedung von dem Dormitory war. Auf dem Weg haben wir noch in einem kleinen Lokal gegessen, was von außen richtig unscheinbar aussah, aber anscheinend ein absoluter Geheimtipp ist! Es ist ein Nudelsuppenlokal und der Ramen dort war so frisch und lecker!
| Gyozas à la italia |
Dazu gab es prall gefüllte Gyozas, deren Teigmantel dreifarbig (in den Landesfarben Italiens) eingefärbt war und eine kleine Unterhaltung mit dem Koch, der eine wahre Leidenschaft für deutsche Autos hatte und begeistert war, zwei Deutsche zu bewirten.
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| Ramen <3 |
Ein Spiel war sehr süß: wir haben alle eine Halskette mit einem Fünfyen Stück bekommen und mussten dann zu einer Person gehen, die jetzt nach Hause zurückkehrt und dieser Person dann etwas nettes sagen und ihr das Fünfyen Stück um den Hals hängen!
Wie schon Freitags war die Stimmung zwar gut aber irgendwie hing auch etwas trauriges und schweres in der Luft! Ich bin mit Julie und Annie nach Shibuya geflüchtet bevor wir alle angefangen haben zu weinen.
In Shibuya sind wir in einen Club gegangen den ich sehr gerne mag und haben unsere letzte gemeinsame Samstag Nacht in Tokyo ausgenutzt und einfach nur getanzt bis wir nicht mehr konnten. Dann sind wir von Shibuya nach Harajuku durch das nächtliche Tokyo gelaufen, das war unheimlich schön! Die Straßen waren schier leer, alles war so friedlich. Nachts wirkt es so anders als tagsüber wenn die Straßen vor Menschen schier überquellen und an jeder Ecke Musik aus einem Lautsprecher tönt.
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| Chamcham <3 |
| Lucy, Kuki, Annie |
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| Basha & Conrad |
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| Schaumschlacht |
| Shibuya crossing |
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| Ready for Valentinesday |
Wir sind erst zum Meji Schrein gelaufen, da es am dritten Februar eine Art religiöses Ritual in Japan gibt. Man kauft am Temple oder Schrein eine bestimmte Art von Sojabohnen und die wirft man dann vor die eigene Haustür um die Dämonen zu vertreiben und die guten Geister einzulassen.
Von Harajuku aus sind wir nach Ginza gefahren um im Teehaus der Hamarikyu Gardens einen Tee zu trinken. Dort gibt es richtiges Teehaus, wo Matcha und traditionelle Süßigkeiten serviert werden. Der Garten ist unheimlich schön, es gibt ganz tolle Bonsai Bäume und toll angelegte Teichanlagen. Das Teehaus befindet sich auf einer kleinen Insel in der Mitte des größten Teichs und man sitzt dort mit wunderbarem Blick auf das Wasser während man leckeren Matcha trinkt.
Ich finde die japanische Art Tee zu trinken unheimlich entschleunigend und entspannend. Es ist so ruhig, alles hat seinen festen Ritus und man nimmt sich Zeit für jedes kleine Detail.
| Hamarikyu Gardes |
| Matcha <3 |
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| Ginza |
| お好み焼き島 |
Montag bin ich mit Julie in einen Stadtteil hier gleich in der Nähe gefahren: Kichijoji. Dort gibt es einen wunderbaren Park und ein sehr niedliches Einkaufsviertel mit vielen kleinen Restaurants und Geschäften.
Wir sind erst bei herrlichem Wetter eine Runde durch den Park spaziert und haben dann jede Menge Fotos à la Perikura gemacht. Das sind Fotos die total unnatürlich aussehen, weil die Kamera die Gesichts- und Körperphysionomie ändert. Man hat auf einmal riesengroße Augen, perfekte Haut und ist mindestens fünf Kilo schlanker und die Beine zehn Zentimeter länger. Und wenn man die Fotos gemacht hat (natürlich mit typisch japanischen Posen) dann beginnt die eigentliche Arbeit, das dekorieren! Man kann kleine Herzchen oder Smileys einfügen, sich Krönchen und Brillen aufsetzen und den Hintergrund verändern. Die Herausforderung: Die Zeit ist beschränkt und die Maschine spricht leider nur japanisch. Letzteres ist nach fünf Monaten Japan kein Problem mehr, aber die Zeit geht viel zu schnell vorbei...
Trotzdem sind die Fotos für europäischen Geschmack immer noch völlig überdekoriert, aber ich finde sie einfach niedlich und das sollen sie ja auch sein!
Abends haben wir noch mal eine kleine Abschiedsparty gemacht. Wir haben uns einfach nur im Dormitory getroffen, gegessen und gequatscht. Es war schön, so familiär und vertraut, dass die Vorstellung, dass das jetzt alles vorbei ist mir richtig wehgetan hat.
| Japanese Posing:-) |
Meinen allerletzten ganzen Tag in Japan habe ich hauptsächlich mit packen verbracht. Es ist doch erstaunlich wie viel Besitz man in ein paar Monaten anhäufen kann. Mein Koffer war schneller voll als es mir lieb war, aber irgendwie habe ich es geschafft alles reinzuquetschen und dabei sogar noch das vorgeschriebene Höchstgewicht nicht zu überschreiten!
Gegen Mittag bin ich mit Julie noch mal nach Shibuya gefahren um Kaffee zu trinken und mich zu verabschieden. Wir sind durch die Straßen gelaufen die mir inzwischen so vertraut sind und ich habe wieder gemerkt wie sehr ich diese Stadt lieben gelernt habe. Dann sind wir noch mal auf das Observatorium des Governmental Office gefahren und der Blick über Tokyo hat mir auch beim x-ten Mal den Atem geraubt.
Abends war ich zwei mal essen: erst mit den Mädels aus meinem Appartment und dann gab es eine letzte Sukiyaki Party bei Julie. Aber ich werde das japanische Essen so vermissen, dass es mir ganz Recht war, so viel zu essen! Man muss schließlich mitnehmen was geht....
| sukiyaki <3 |
| zu viel gegessen... |
| Mochi Eis-YAMMI |
Der Abschied war schwer, aber da er nicht endgültig ist, war es erträglich! Ich weiß dass ich die meisten der Leute wieder sehen werde und wenn nicht muss ich wohl einfach wieder nach Tokyo kommen!
Heute Morgen habe ich dann meinen Studentenausweis an der Uni zurückgegeben und mich von Kunitachi verabschiedet. Es war ein seltsames Gefühl das letzte mal den mir so vertrauten Weg mit dem Rad zu fahren. Es hat geschneit und ich hatte ein bisschen Angst dass mein Flug gecancelt wird, aber ich habe es irgendwie auch gehofft. inzwischen ist die Sicht aber wieder super klar und es gibt wahrscheinlich keine Probleme nach Hause zu kommen.
Dann kam Mittags mein letzter Roomcheck und ich habe Kodaira verlassen. Es war ein seltsames Gefühl mein Zimmer wieder so kahl und leer zu sehen und zu wissen, dass in ein paar Wochen ein neuer Student einzieht. Für mich war das ein richtiges zu Hause und auch wenn das Zimmer so winzig war, habe ich mich dort pudelwohl gefühlt!
Jetzt bin ich richtig auf dem Weg nach Hause, sitze am Flughafen und werde gleich einchecken. Ich freue mich unheimlich auf Deutschland, aber ich werde Japan auch wahnsinnig vermissen. Es ist eine richtige Heimat für mich geworden und ich werde immer wieder in dieses wunderbare Land zurück kehren! Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich die Chance hatte, das alles hier zu erleben.





















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