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| Kyoto- ein Traum wird wahr! |
Der Bus war ein reiner Ladies Bus, die Sitze sehr schmal, aber man konnte die Rückenlehne erstaunlich weit nach hinten verstellen und ich war so müde, dass ich nach ca. einer halben Stunde einfach eingeschlafen bin. Leider wurde bei jedem Halt das Licht im Bus wieder angemacht, so dass ich während der Nacht immer wieder aufgewacht bin, aber es war trotzdem erstaunlich erholsam. Um kurz vor sechs sind wir Samstag morgen in Kyoto angekommen.
Es war noch dunkel und wir mussten erst mal warten, bis wir dann bei Mc Donald's ein Frühstück bekommen haben. Das macht nämlich erst um sechs auf und es war sehr voll, man musste Schlange stehen, die anderen Geschäfte machen alle erst um sieben auf.
Gestärkt haben wir uns dann den Bahnhof angesehen, der eigentlich schon eine Sehenswürdigkeit an sich ist. Das Gebäude ist ein riesiges Glas Stahl Konstrukt, wirkt unglaublich leicht und fließend. Durch die vielen Glas Flächen spiegelt sich z.B. Kyoto Tower an mehren Orten des Bahnhofs.
Man kann auf das Dach des Bahnhofs steigen, er hat insgesamt elf Stockwerke und vom Dach aus sieht man Kyoto und die umliegenden Berge.
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| Kyoto Station |
| Good Morning Kyoto! |
Zusammen sind wir außerhalb von Kyoto an einem Fluss und schließlich durch einen richtigen Bambus Wald spaziert. Die Natur war so wunderschön, die Bäume haben noch viel Herbstlaub getragen und die Sonne hat geschienen. Die Farbe der Blätter ist wie gesagt hier viel intensiver als in Europa. Ich weiß nicht genau woran das liegt und was anders ist. Aber manchmal leuchten Bäume so stark, dass es schier künstlich aussieht.
Dann waren wir an einem Tempel, welcher zum Unsesco Welt Kultur Erbe gehört. Das schönste an diesen Anlagen ist für mich fast immer die Art, wie der Garten um den Tempel herum angelegt ist. Es gibt kleine Wege, Teiche, Treppen und einfach die Art der Gartenkomposition ist wunderschön. Es wirkt so harmonisch und friedlich.
Friedlich war es ehe weniger, es war ziemlich gedrängt. in Japan ist das im Moment einen touristische Hochsaison und alle Welt strömt zum Blätter anschauen nach Kyoto.
Wir waren aber auch eine kleine Attraktion an sich, irgendwann kam ein Aufseher zu uns und hat gefragt, ob wir ein Foto mit einem japanischen Paar machen würden. Es war eine komische Situation, ein Foto mit irgendwelchen Fremden zu machen, aber wir haben den Beiden eine Freude bereitet und sie haben sich gefühlte einhundertmal bedankt.
| Bamboo groove |
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| Öffentliche Verkehrsmittel in Kyoto |
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| Knallfarben |
Der Tempel wurde wieder aufgebaut und sogar noch schöner gemacht. Ursprünglich war nur das oberste Stockwerk in Gold gehüllt, heutzutage erstreckt sich die Goldhülle auf alle Stockwerke. Es hatte angefangen zu regnen als wir dort waren, trotzdem war der Anblick überwältigend!
Der Garten um den Tempel herum ist klassisch japanisch und es gibt mehrere Stände an denen für Kyoto typische Süßigkeiten verkauft werden.
Kyoto ist berühmt für grünen Tee und süßes, am liebsten in Kombination. Man darf fast überall probieren und vieles ist auch wirklich sehr lecker. Ich weiß zwar nie genau was ich eigentlich esse, aber es schmeckt.
Schließlich kam die Sonne für einen kurzen Moment noch mal zum Vorschein und wir sind zum Tempel zurück gerannt. der Anblick war atemberaubend! Durch die Sonne haben sich der Tempel und viele Teile der Gartenkomposition im See gespiegelt und der Temple selbst hat gestrahlt. Wir waren sprachlos!
Allerdings waren wir durch den Regen so durchgefroren, dass wir dann erst mal Unterschlupf in einem Restaurant gesucht haben und uns bei einer heißen Nudelsuppe aufgewärmt haben. Ich liebe die verschiedenen Nudelsuppen, ich kann das jeden Tag essen und es gibt so viele verschieden Variationen, das man wahrscheinlich ein ganzes Jahr lang jeden Tag eine andere Art essen könnte. Das wird mir auf jeden Fall in Deutschland fehlen!
| Kinkakuji im Regen |
| Und in der Sonne |
Bei Einbruch der Dunkelheit sind wir zu unserem Hostel zurück gekehrt und erst einmal 1 1/2 Stunden Bus gefahren. Der Verkehr war furchtbar und wir haben uns aber auch leicht verirrt und sind einmal im Kreis gefahren. Schließlich haben wir es aber geschafft. Unser Hostel war ein echter Glückstreffer, toll ausgestattet, nettes Personal und vor allem richtig zentral gelegen.
Wir sind abends noch ein bisschen durch die Einskaufspassagen gebummelt und haben Souvenirs und Mitbringsel gekauft.
| Garten des Ryoan-ji |
| Farbpracht |
Am nächsten Morgen stand ein sehr straffes Sight seeing Programm auf dem Plan, da wir den Tag so gut wie möglich nutzen wollten. Zuallererst sind wir auf den Nishiki Ichiba Markt gegangen. Dieser befindet sich in einer Passage und dort wird alles mögliche verkauft, süßes, salziges, scharfes und jede Menge Handwerk, Fächer, Porzellan. Wir sind ohne Frühstück aufgebrochen und nachdem wir einmal über den Markt gebummelt sind, hat uns der Magen geknurrt.
Nach dem Frühstück sind wir weiter gelaufen zu einem der ältesten Stadtteile Kyotos, Gion. Dort sieht es so aus, wie man sich das alte Japan vorstellt und wie man es heute nur noch in Hollywood Filmen sieht. Die Häuser sind alle klassische japanisch, niedrig, mit viel Holz und man sieht viele Frauen im Kimono. Der Stadtteil ist auch bekannt als das Geisha Distrikt, aber die sieht man eher abends als tagsüber. Kyoto ist der Hauptsitz der Geisha Kultur, hier werden sie aber nicht Geisha sondern entweder Maiko oder Geiko gennant. Die Maiko ist eine Geisha in Ausbildung, welche in einer Okiya lebt und dort ausgebildet wird. Die Geiko hat ihre Ausbildung vollendet und arbeitet selbstständig. Man kann eine Maiko leicht von einer Geiko unterscheiden, alleine von der Art des Kimonos, der Frisur und der Schminke.
Wir sind eine wunderschöne Straße in Gion lang gelaufen, welche sehr seltsame Verkehrsregeln hatte. Es war eigentlich eine Fußgängerzone, trotzdem sind Autos durch gefahren und alle paar Meter stand ein Ordner, welcher die Leute gebeten hat zur Seite zu treten. Ich hatte aber den Eindruck durch die Polizisten entsteht eher noch mehr Chaos.
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| Nishiki Ichiba Markt |
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| Gion |
Gegen Mittag sind wir am Kiyomizu-dera(清水寺) Tempel angelangt, welcher ebenfalls zum UNESCO Weltkultur Erbe gehört. Die Gründe dafür sind sehr einsichtig: der gesamte Tempel ist ohne einen einzigen Nagel gebaut und die Anlage ist wirklich riesig! Sie liegt auf einem Berg, von dem man einen wunderbaren Blick auf den herbstlichen Wald und die Stadt hat.
Man läuft durch eine enge Einkaufsstraße zum Tempel hoch und da es Sonntag war, sind wir mit ganzen Menschenmassen dorthin gepilgert.
Der Tempel selbst ist unabhängig, gehört also nicht zu einer bestimmten Schule.
Am Tempel kann man verschieden Opfer bringen, je nach Lebenssituation spezifisch. Ein Ritual hat mir besonders gefallen: Man schreibt seine Sorgen auf ein kleines Papier und legt dieses in einen Bottich welcher mit Wasser gefüllt ist und wenn sich das Papier aufgelöst hat, so lösen sich auch die Sorgen auf.
Außerdem kann man dem Liebesgott opfern. Dessen Begleiter bzw. Bote auf Erden ist übrigens ein Hase, vielleicht ist das der Ursprung des Playboy Bunnys? Es gibt zwei große Steine, Liebessteine und wenn man es schafft mit geschlossenen Augen von einem Stein zum anderen zu gehen, dann wird die Liebe bald erfüllt werden. Auf dem zweiten Liebesstein saßen zwei weiße Hasen. Verständlich, da der Hase der Bote des Liebesgottes ist, aber mir haben sie ein bisschen Leid getan, sie sahen so verschreckt aus!
Auf dem Weg in die Stadt haben wir uns mit Eis gestärkt, welches den Geschmack von grünem Tee hatte. Sehr lecker!
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| Kiyomizu-dera |
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| Die Boten des Liebesgottes |
Es war überwältigend! Der Schrein befindet sich am Fuße eines Berges und dann kann man den Berg hinaufsteigen zu verschiedenen weiteren Schreinen und geht dabei durch diese orangen Tore, die so dicht aneinander stehen, dass man wie durch einen Tunnel läuft. An der Vorderseite der Säulen stehen zwei Zeichen: Houjiru, was soviel heißt wie gehorchen, folgen oder glauben und das andere ist Osameru und bedeutet widmen.
Am Anfang waren wir noch mit sehr vielen Menschen unterwegs, aber desto weiter wir den Berg hinauf gegangen sind, desto ruhiger wurde es. Es hatte etwas unglaublich meditatives durch diese Tore zu gehen. Der Pfad windet sich den Berg hinauf, so dass man nie besonders weit nach vorne schauen kann und jede Ecke ist schönes als die vorherige. Wir sind den gesamten Weg abgelaufen, was eine richtige kleine Wanderung war und wir waren erst wieder unten als es schon dunkel war. Der Pfad wird beleuchtet und im Dunkeln sieht es richtig geheimnisvoll aus.
Ich wollte schier nicht mehr weg! Und ich werde noch mal an diesen Ort zurück kehren, es war so wunderschön und hat mich irgendwie zutiefst berührt.
| Traumhaft schön! |
Abends um zwölf ist unser Bus zurück nach Shinjuku gefahren. Obwohl es so wenig Zeit war, haben wir es trotzdem geschafft relativ viel zu sehen, aber ich will irgendwann noch mal wieder kommen und noch mehr erleben! Kyoto ist wirklich toll, die Stadt selbst finde ich nicht so besonders wie z.B. Toyko, was an jeder Ecke ein anderes Gesicht hat. Aber die Tempel, Schreine und Gartenanlagen verzaubern einen einfach. Ich wünschte ich könnte die Kirschblüte dort noch sehen, aber da bin ich leider schon wieder in Mannheim...
Morgens um sieben sind wir in Tokyo angekommen, müde und geschafft aber glücklich und wir haben es sogar geschafft pünktlich in der Uni zu sein und mit Hilfe von einem riesigen Kaffe habe ich meinen Japanisch Unterricht überlebt ohne einzuschlafen!

























Die Farben sind einfach unglaublich, Wahnsinn!! Wunderschöne Fotos, toller Bericht, sehr eindrücklich.
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